Sieben Jahre bandee: Eine Bilderreise – eine Weltreise.

Sieben Jahre sind eine kurze Zeit wenn man sich nicht allzusehr um einen Rückblick bemüht, tut, macht, strampelt, entwickelt. Stoppt man aber, hält kurz inne um sich umzuschauen, stellt man mitunter fest, daß doch einiges gelaufen ist, erstaunliches, glückliches, abenteuerliches. Awards wurden gewonnen, bandee:s verkauft, Kunden und Freunde gefunden und jede Menge Bilder geschossen.

Zahlreiche Freunde, Kunden, Geschäftspartner nehmen das bandee: mit in den Urlaub, denn dafür ist es wie gemacht, um dann gelegentlich ein Foto aus fernen Regionen zu schicken. Dabei ist die Qualität der Bilder oftmals viel beeindruckender als das was wir profesionell machen ließen.  Spontan sind Bilder entstanden die mir teilweise richtig ans Herz gewachsen sind. Die Qualität ist erstaunlich und die Motive große klasse. Die meisten Menschen die hier zu sehen sind kenne ich nicht einmal entfernt, hoffe aber für alle, daß sie nach wie vor gesund sind und glücklich und mit viel Energie ihr Leben leben können.

Das obige Bild entstand zu einem sehr frühen Zeitpunkt, das sehe ich an den Taschen und den Taschendeckeln. Schaut Euch mal das Gewand der Tänzerin an, das ist schon der Hammer wie aufwendig da gearbeitet wurde. Das Mädel rechts schaut mit dem bandee: etwas hilflos aus, aber sie hält sich tapfer. ich hab mich soo gefreut als dieses Foto kam. Es bildete den Anfang einer Bilderreise die mich stetig bis heute begleited. Immerhin ist es nicht nur die Entwicklung eines Produktes, das sich in den Fotos für mich widerspiegelt, sondern auch es sind auch Stationen des eigenen Tuns, der Hoffnung, der Enttäuschung, dem bestreben das beischeidene Projekt nach vorne zu bringen.

Um gleich geographisch in der Gegend zu bleiben hier noch ein junger Japaner mit bandee: Für kurze Zeit war das eines meiner Lieblingsfotos, das dann aber von einem Foto abgelöst wurde, daß mir bis heute sehr – sehr gut gefällt. Es ist der Mönch mit bandee:

Damals hatten wir noch Camouflage bandee:s im Programm, die wir dann aber aus kostentechnischen Gründen nicht weiter führen konnten. Die Nachfrage war eh nicht so dolle. was aber geblieben ist ist dieses Foto was wie ich finde, ein echter Hammer ist. Die ruhige Gelassenheit und Freundlichkeit des Mannes ist sehr beeindruckend. Wie es dem heute wohl geht?

Fotos aus anderen Regionen der Erde sind mir eh die liebsten. Es ist wohl eine Art Eitelkeit meinerseits, die mich immer etwas schmunzeln lässt, wenn ich sehe, wie Menschen, die ich garnicht kenne, irgendwo auf dieser Welt mein bandee: tragen. Ein gutes Beispiel dafür ist eine Aufnahme von der ich meine, daß sie aus dem Jemen stammt und die ich hinreißend finde weil dieses Mädel so großartig schön, selbstbewusst und symphatisch ist.

Ich selbst war als junger Student im Jemen und hab mich dort in Sanaa durch die Altstadt geschlichen, aber auch wochenlang in irgendwelchen Wadis herumgetrieben. Der Yemen, ein schönes Land mit so schönen, freundlichen Menschen und aktuell doch so tief im Chaos. In Syrien war ich damals auch, 20 Jahre ist das locker her. Arbeitsbedingt. Der wunderbare Suk von Damaskus, wie es da heute wohl ausschaut?

Bei den meisten der hier gezeigten Fotos handelte es sich nicht um Werbeaufnahmen die wir beauftragt hatten, sondern um Fotos die uns teilweise von Kunden, teilweise von Freunden zukamen. Ein Foto, daß wir aber selbst beauftragten und was ich gleichermaßen sehr beeindruckend fand, des Models wegen, stammt aus einer Zeit um 2009. Was für ein Model – seht selbst!

 

Typen sind sowieso ein Lieblingsthema. Es ist bei uns ja nicht so, daß wir einen Etat für Werbung hätten und dann gezielt Fotos schießen lassen. Nein, wir finden etwas gut, mögen eine bestimmte Sichtweise auf die Dinge die uns bewegen und lieben dabei das “Andere”. Das wir in dem Zusammenhang gelegentlich an unserer Zielgruppe vorbei gegangen sind und die Fotos die wir machen ließen sozusagen für die Katz waren, war rückblickend betrachtet nicht immer hilfreich.

Allerdings gab es auch ein bischen normalere Aufnahmen von z. B. den Preisverleihungen die wir so erleben durften. red dot Award, Ispo award, Plus X Award, da kam natürlich einiges zusammen. Stellvertretend hierfür nur ein einziges Foto von einer Bühnenshow bei der die Gewinnerprodukte gezeigt wurden.

Diese Truppe tanzte so super, daß mir die Spucke wegblieb. Gleiches geschah zunächst bei einem Foto das mir aus Spaß zugeschickt wurde, wobei sich die Spucke dann ganz schnell wieder sammelte – sammelte – sammelte.

So verging also die Zeit und an den bandeefarben und der Form kann ich ziemlich genau bestimmen von wann das Foto stammt. War nicht eben noch 2009? Was ist das schon soooo lange her? Immer häufiger stellen sich bei der Betrachtung der Bilder derlei Gedanken ein. Was würde uns nicht alles verloren gehen, wenn wir nicht die Bilder hätten. Es scheint, als würde der Speichplatz für Momentaufnahmen im eigenen Hirn ab 40 etwas dürftiger werden.

An einem Tag der mir aber sicher in Erinnerung bleibt entstand das folgende Foto.

Wir waren im Schwarzwald, in der Nähe des Kapellenlift bei Todtnauberg. Ein klasse Skitag mit einem absolut unglaublichen Wetter, allerdings bei bissiger Kälte. Am Vortag waren wir am Feldberg gewesen der komplett überlaufen war, weshalb wir uns zurückzogen auf die “Nebenstrecken” und die Ruhe, Aussicht, den Neuschnee und das gleichmäßige Schwingen am leeren hang sehr genossen haben. Die Kneipe am Skilift  – das Liftstüble – an der FIS Strecke, kann ich übrigens, der guten Gulschsuppe wegen, sehr empfehlen.

Deutlich wärmer wird es wohl hier gewesen sein. Ach Mädels, was ein Leben:)

Süßeste Brausefrösche am Strand von Neuseeland im Surfdress mit bandee: – besser kann es kaum kommen. Wobei, auch in Mexico scheint eine Reise wert zu sein:)

Mädchen am Meer in Mexico. Ein Satz mit drei großen M. mmmmmmmmhhhh.

Jamaica – Neusseland – Afrika – Jemen – Japan – Todtnauberg …….. Ihr seht, das bandee: hat schon ein wenig seinen Weg durch die Welt gemacht. Ein weiteres Beispiel dafür ist eine Aufnahme die noch recht jung ist und Joe Harawira zeigt, einen bekannten Geschichtenerzähler aus Neuseeland. Für dieses Bild bin ich natürlich doppelt dankbar. Zum einen ist das natürlich immer auch etwas besonderes, wenn jemand wie Joe Harawira das eigene Produkt trägt, zum anderen ist dieses Foto – der Mensch darauf so intensiv, daß ich irgendwie innerlich bebe sobald ich mir das Foto gründlich anschaue. Kategorie: extrem Beeindruckend.

Eine weitere Person mit bandee: – ein Foto das mir erst vor zwei Wochen zukam, ist der japanische Fernsehkoch – Herr Fujimori.

Da das bandee: nun auch von einer Geschäftspartnerin in Japan verkauft wird, ist natürlich auch hier immer die Chance gegeben mal ein lustiges Foto zu erhaschen.

Verabschieden möchte ich mich von Euch mit einem Bild das in Indonesien entstand und einen Seemann zeigt, fern der See und doch wies scheint glücklich. Hier stellt sich eine Sehnsucht ein nach überschauben Herausforderungen, einer Zigarette – denn das habe ich mittlerweile aufggeben – einem Leben in einer wirklich warmen Gegend und einem frischen gebratenen Seefisch.

Da braucht man weiter nicht viel zu sagen.

Ich will mich bei all meinen Freunden, Bekannten und Kunden für deren Unterstützung bedanken. Ich freue mich weiterhin über Eure Bilder und wünsche Euch eine allzeit sichere Reise,  freundliche Menschen an Eurer Seite und eine stets gesunde Heimkehr.

 

 

 

 

Zu Besuch bei: Thomas K. Müller – Bildhauer – Berlin

Ich bin schon einige Male an dem Schild “Thomas K. Müller – Bildhauer” vorbei gelaufen und habe dabei in den Garten gelinst, immerhin liegt das Grundstück auf meinem Nachhauseweg ganz nahe bei mir. Vielleicht, dachte ich, lässt sich ja hier und da eine Blick auf die Bildhauerei – einen hammerschwingenden Mann, eine schöne Muse erhaschen?

.......da ist sie ja, die Muse.

Immer war da, vor allem von  letzterem nichts zu sehen, zumindest nicht von aussen.  Da ich ja hier im Blog immer wieder mal Personen vorstelle, die in meinem Umfeld leben und was interessantes machen, reifte die Idee, den Mann zu besuchen, zu fragen, zu sehen was er so arbeitet, herstellt, gestaltet.  Fragen auf die ich heute eine Antwort geben kann, denn ich habe geklingelt, habe: “Hallo, ich bin der …” gesagt und einen großartigen Mann kennen gelernt, einen echten Bildhauer und Künstler.

Bildhauer mit Brille - Thomas K. Müller

Wenn ich auf jemanden treffe, der sein Handwerk beherrscht, empfinde ich oft überschwängliche Freude und Respekt aber auch einen Funken Neid. Ganz besonders geht mir das bei Pianisten so und nun seit gestern auch bei Bildhauern. Ich muss dazu sagen, ich spiele etwas Klavier und schnitze auch ganz gerne mal was, bewege mich aber ehr auf bescheidenem Holzlöffel und Michel aus Lönneberga Niveau.

Lieber Gott, denke ich, lass mich jetzt nicht den Satz sagen: “Ich habe auch schon mal was geschnitzt”!

Thomas K. Müller, ein großer, impossanter, gut aussehender Mann. Wenn ich einen Bildhauer erfinden müsste, so sollte er ausschauen.

Johannes Rau von Thomas K. Müller.

Hey – dich kenn ich! Ist das der  Johannes Rau? Was macht der denn in Ihrem Schuppen? Es stellt sich raus, daß TKM das Portrait für das Grabmahl von Johannes Rau gebaut hat – geschaffen hat – gebildhauert hat.  Ich merke, daß ich mich schon rein nomenklaturtechnisch auf ziemlich dünnem Eis bewege.  Handelt es sich eigentlich bei einem Portrait um Kunst oder um Handwerk? Ich meine, wenn schon jemand da ist, man das Objekt also nicht erfinden muss…..?

Wenn ich an die alten Maler denke und Ihre Modelle wird es einleuchtend, daß hier der Begriff Kunst angebracht ist. Klar ist das Kunst und deshalb ist TKM auch als Künstler zu bezeichnen und legt sich mitlerweile auch nicht mehr auf bestimmte Techniken fest. Malerei, Bildhauerei, Skulptur, Porträtplastik aus Bronze. Von allem findet sich hier etwas. Mal figürlich, mal abstrakt. Ich stehe und staune.

Als “normalo” bin ich natürlich vor allem von dem fasziniert was ich verstehe. Klar bleibe ich auch anerkennend vor dem abstrakten stehen und nicke artig wissend. Was das aber alles sein soll, keine Ahnung. Ich lerne allerdings auch, daß das Erkennen und Verstehen nicht sofort das wichtigste ist. Für mich ist es das zwar schon, aber scheinbar gibt es Leute, die die Spannung etwas nicht zu verstehen oder etwas “sein” zu lassen, so wie es ist, deutlich besser aushalten als ich.

Ah – Bronze, Marmor, das check ich wieder. “Direkt aus Carrara, ganz wie beim alten Michelangelo”. Und noch eine Büste. Reinhard Führer – “den habe ich füs Berliner Abgeordnetenhaus gemacht”. Ich muss eingestehen, daß der Ruf von Reinhard Führer nicht bis zu mir vorgedrungen ist, aber den Herrn daneben, Thomas Bernhard kenne ich schon vom sehen.

Portrait: Thomas Bernhard von Thomas K. Müller

Hier lässt sich die Kreativität mit Händen fassen. Hier, an diesem Ort, liegt etwas in der Luft, was Lust darauf macht loszulegen, zu Arbeiten, was zu schaffen, mit den Händen im Ton zu wühlen, aus Baumstämmen Figuren zu klopfen oder schwere Bronzebarren rumzuschleppen in dem Wissen, daß daraus mal eine Skulptur wird. Meine alte Eso-Pfeiffe Bernd würde hier 100%ig von einem Kraftort sprechen. Es riecht gut, im Hinterzimmer trocknet Holz für neuen Skulpturen.

Ich zwinge mich, nicht darauf hinzuweisen, daß ich auch schon mal was geschnitzt habe.

Du arbeitest auch mit allem was sich Formen lässt? Holz, Bronze, Gips, Ton! Ich dachte, Ton ist ehr so was für den Töpferkurs der VHS und nicht was für Bildhauer? “Auch der „neue Wilde“ Jonathan Meese modelliert, wie ich, klassisch mit Ton”.  Jonathan Meese memoriert mein Hirn für die nächste Googlesitzung und dabei nicke ich artig.

Nahtlos bin ich mitlerweile beim “DU” angekommen und das scheint auch zu passen. Wir fühlen uns wohl, es gibt lecker  Kuchen.

Eine wahre Freude. Ein Arbeitsplatz mit dem man zusammen leben möchte.

Ein Atelier gibt es auch. Es ist wunderschön und irgendwie genauso, wie ich es mir vorgestellt habe. Überall liegt etwas. Spachtel, Kellen, Feilen, Hämmer, Stecheisen, eine Hebebühne. Der Boden ist voller Farbflecken und zeugt von der Malerei des TKM. Mitlerweile wäre ich auch bereit den Fußboden des Ateliers als Gesamtkunstwerk zu akzeptieren.

An der Wand ein Fries mit dicken Kindern, aus Gips gefertigt. Das Vorläuferstadium aus Ton, allerdings ein anderes Motiv findet sich auch in der Werkstatt.

Was könnte man denn noch so fragen? Was verdienst Du denn so mit deiner Kunst? Nogo – klappe halten. Der Mann lebt gut, es ist auf jeden Fall alles so da was man so braucht. Aber, interessieren würde es mich natürlich schon. Lässt sich von Bildhauerei leben. Hat auch derjenige sein Auskommen, der da nicht gerade in der Champions League spielt? Ich frag nach Vorbildern. Ich denke, irgendwie müssten sich alle Bildhauer an der griechischen Antike orientieren, aber – nö.  “Wichtige, große Kollegen und Einflüsse kommen von:  Henry Moore, Alberto Giacometti oder Chillida, der steht vor dem Kanzleramt”.

Ich kenne zwei der drei Namen, das ist schon mal super, so richtig was gescheites will mir aber nicht zu den drei genannten einfallen, ich glaube aber, daß die drei es mir nicht übel nehmen wenn ich zu ihrem Schaffen dann doch besser schweige.

Dann kommt mir was gescheites ins Hirn – etwas das man jeden Künstler fragen können sollte ohne was falsch zu machen. Stellst Du auch aus – frag ich – und hab dabei meine wichtigwichtigichhabwasgefragt Miene aufgesetzt? Volltreffer, er stellt aus. Irgendwie bin ich jetzt aber plötzlich gefühlt in der Zwickmühle. Hat sich das jetzt so wichtig angehört, als würde ich was kaufen wollen? Nicht, das mir hier nichts gefällt, die Malerei ist superklasse, die auf dem Rücken liegende Ameise find ich hinreißend, aber ich kann nicht monatelang arbeiten, um mir dann ein großes Holzinsekt zu kaufen. “Klar stelle ich auch aus. Ich hatte schon Ausstellungen in vielen Galerien Berlins, die Nächste ist vom 9.3. bis 13.4 2013, Ausstellungseröffnung ist am Freitag den 8.3 um 19.30 Uhr. Willst Du zur Eröffnung kommen?

Plastiken, Portraits, Friese, Statuen, Skulpturen ......

Ich, echt? Ich wurde eben zu einer Ausstellungseröffnung eingeladen – grins. Keine Sekunde war da ein – kauf was – Ton, Gefühl. Ich bin glücklich. Was für ein schöner Besuch, was für ein Garten, was für großartige Arbeiten, was für ein klasse Kuchen! Was soll man da noch sagen?

Im Gehen fällt mir noch was ein: Ach, übrigens, ich schnitze auch manchmal was……!

Die besagte Ausstellung findet vom 09.03.2013 bis zum 14.04.2013 in Berlin, in der Galerie am Amalienpark, Pankow, Berlin statt. Einen Link zur Ausstellung findet Ihr hier: http://tinyurl.com/bhjg2wq

Die Homepage von Thomas K. Müller findet ihr unter folgender Adresse: http://www.thomaskmueller.de/index.html

Anders Sehen e.V. – mit der Klicklaut-Methode in eine neue Welt des Sehens.

Vor einigen Wochen gab es hier auf dem bandee: Blog einen Beitrag über den fliegenden Baumgartner und seinem „heldenhaften“? Sprung aus dem beinahe Weltraum. Ziemlich schnell war damals die Diskussion im gang, ob das Stuss oder Mut oder nur Geschäftemacherei ist. Wir wollten uns nicht für einen Faktor entscheiden und kamen auf den Punkt, dass es sich wohl um alles drei gemeinsam handeln muss. Die Diskussion wurde aber letztlich zum Ausgangspunkt um eine kleine Reihe von Blogbeiträgen zu starten die hier nun gelegentlich aufblitzen wird. „Unsere Helden“ In diesem Zusammenhang möchten wir Euch heute den Verein Anderes Sehen e.V. vorstellen, der auf die persönliche Initiative von Ellen Schweizer und Steffen Zimmermann hin gegründet wurde und mit viel Engagement und Spendengeldern weiter aufgebaut wird.

Anderes Sehen e.V. Zur Förderung blinder Kinder.

Anderes Sehen meint eine andere Form des Sehens. Eine, die nicht auf gesunde Augen angewiesen ist, eine die entsteht, wenn ein Klicklaut oder Schnalzen ausgesandt wird und die Reflektion der Schallwellen vom Ohr zum Gehirn geleitet werden um dort zu einem Bild zusammengesetzt zu werden. Fledermausprinzip.

Schall wird zu Bild. Wahnsinn!!!!

Ich habe zu Beginn nicht geglaubt, dass das irgendwie möglich sein könnte, aber es geht tatsächlich.

Für einen Durchschnittsheini wie mich war die erste Konfrontation mit der Möglichkeit der Klicklauttechnik so, als würde einer ein Fenster aufmachen und sagen: „Hey, steig durch, da drüben ist Italien….“

Es läuft im groben tatsächlich so ab, dass die blinde Person einen Klicklaut erzeugt der im Gehirn (im visuellen Kortex) in ein Bild umgewandelt wird: Das dabei entstehende Bild liefert dabei keine detaillierten Informationen über Farben, Muster oder – oder – oder, aber, es bringt den Blinden, in eine Welt in der er sich bewegen, kommunizieren, Dinge auf eine Art erkennen kann die ihm ohne diese Technik verborgen bleiben würden.

Es ist eigentlich wie ein Wunder, das Geschenk des zweiten Sehens, erreichbar dadurch, dass unser Gehirn scheinbar in der Lage ist, Audiosignale in visuelle Informationen umzuwandeln. Betrachtet man die Rekonstruktion eines solchen Klicklautbildes (siehe oben) versteht man sofort, dass zwischen dem, was ich mir bislang unter Blind und Schwarz und nichts sehen vorgestellt habe und den sich aus dieser Technik ergebenden Chancen ein ganzes Universum liegt.

kletterndes blindes Mädchen

Wie ich feststellen musste, ist dieses Universum bei mir eines des nicht Wissens und vorurteilsbehafteten Umgang mit dem Thema „Blindsein“. Blind sein, dachte ich, ist ein Problem alter Menschen. Menschen, die vielleicht während des Krieges oder so……………….

Als Ellen nun zu mir ins Büro kam und mir von ihrer blinden Tochter erzählte war das irgendwie ein Schlag. Ich habe selbst Kinder – wie wäre das gewesen, wenn? Hätte ich/wir die Kraft gehabt? Solche und ähnliche Fragen gingen mir durch den Kopf und ich dachte – oh Gott, was kann man denn da machen? Operieren? Heilen, irgendwie?

Machen kann man viel, definitiv, aber wie es scheint ist es wohl so, dass vieles von dem was man machen könnte um Kinder zu fördern, die von Geburt an blind sind oder bereits früh erblindeten, nicht einfach selbstverständlich ist. Scheinbar beginnt ein Großteil der Förderung blinder Kinder derzeit erst in einem Alter, in dem man bereits längst hätte erste Schritte der Frühförderung unternehmen können.

Ellen war übrigens bei mir im Büro um für einen Workshop den Sie gerade vorbereitete, Schlafbrillen zu bedrucken. Schlafbrillen, welche die Teilnehmer aufsetzten sollten, um während des Kurses dem „Blindsein“ der Kinder näher zu kommen und um nicht schummeln zu können wenns mal „brenzlig“ wird.

Der Workshop den Sie vorbereitete wurde von Daniel Kish geleitet, einem außergewöhnlichen Mann, der, wie Ihr leicht selbst feststellen könnt, über erstaunliche Fähigkeiten verfügt, die jedoch nicht personenspezifisch nur auf ihn zutreffen sondern eben erlernbar sind. http://www.youtube.com/watch?v=GYWpxmcHTOc

Daniel Kish (http://www.worldaccessfortheblind.org/) erzeugt mit der beschriebenen Technik Klicklaute mit der Zunge und schafft sich so eine interpretierbare Echolandschaft, die im visuellen Cortex zu einem Bild umgeformt wird. Ich sitze staunend vor dem Rechner. Es ist phänomenal und nach einiger Zeit frage ich mich, warum ich da noch niemals was von gehört habe. Wie kann es sein, dass eine solche  fundamentale Erweiterung des menschlichen Instrumenariuums zur  Wahrnehmung der umgebenden Welt in dieser winzigen Nische verharrt?

Geht mal auf das youtube Video von Daniel Kish. Ich denke, es wird Euch wie mir gehen, am Anfang denkt ihr uuups? Aber gebt dem Mann zwei Minuten ……. Schließt Eure Augen, es ist es wert. Es wird mir klar, dass ich mein Bild vom Blindsein überdenken muss und ich erkenne, was Ellen und Steffen meinen wenn Sie von der “Keine Grenzen Haltung” sprechen, nämlich , dass wir Sehenden keine Grenzen aufbauen oder bestehen lassen sollten denen Blinde garnicht unterliegen.

Mittlerweile ist der Workshop gelaufen und er war ein guter Erfolg. Ich habe den beiden für Daniel Kish ein bandee: mitgegeben und hoffe, er findet es ein wenig praktisch und möglicherweise hilfreich wenn er mal wieder mit dem Rad unterwegs ist. Ellen und Steffen leisten mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit eine Pionierarbeit für etwas, das eine echte Bereicherung für blinde Menschen ist.

Diese Technik zu verbreiten schafft mehr Freiheit, mehr Gerechtigkeit, mehr Chancen für blinde Menschen und ich ziehe mein Käppi vor dem Engagement und der Offenheit mit der Ellen Schweizer und Steffen Zimmermann neue Wege beschreiten und dann noch andere Menschen mit ins Boot holen, um die eigenen Erfahrungen weiterzugeben. http://www.anderes-sehen.de

Die Webseite des Vereins ist wirklich sehenswert und bietet unglaublich viele Hinweise und Quellen und Informationen die, wenn ihr Euch weiter informieren wollt, sicherlich sehr hilfreich sein werden. Ich werde diesen Blogbeitrag übrigens breit verteilen und bitte Euch das gleiche zu tun. Streut diesen Artikel raus und denkt mal wie es wäre, wenn andere Eltern blinder Kinder von einer Technik erführen, mit deren Hilfe sich das Leben des Kindes nachhaltig günstig beeinflussen ließe.

Ich will außerdem darauf hinweisen, dass gute Ideen immer auch Geld benötigen, um verbreitet und am Leben erhalten zu werden. Kurse wollen organisiert werden, Räume angemietet, Hilfen gegeben, Infomaterial erstellt werden und alles kostet Geld. Wenn Ihr also selbst was geben wollt, Eure Firma was spenden will oder Ihr die Omma davon überzeugt dass das Geld hier auch gut eingesetzt werden könnte, dann schaut mal, hier kommt der Link der Freude, denn es handelt sich um eine Online Spendenoption für die niemand zur Bank rennen muss.

http://www.anderes-sehen.de/wofur-wir-ihre-spende-einsetzen/

Anderes Sehen e.V.
Bank: GLS Gemeinschaftsbank 
BLZ: 43060967
Konto: 1132636400
Verwendungszweck: Spende

 

Für Spenden von außerhalb Deutschlands:
IBAN: DE89430609671132636400 
BIC: GENODEM1GLS
Anderes Sehen e.V. ist eingetragen beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg unter VR 31021 B, als gemeinnützig anerkannt mit dem Zweck “Förderung der Hilfe für Behinderte (§ 52 Abs. 2 Satz 1 Nr.(n) 10 AO)” und berechtigt für diese Zwecke Zuwendungsbestätigungen nach Vordruck (§ 50 Abs. 1 EStDV) auszustellen.

Der obligatorische Weihnachtsmarktbeitrag 2012

Vorweihnachtszeit ohne Weihnachtsmarkt – fast nicht vorstellbar. Für uns gehören die Märkte zu Weihnachten wie das Christkind und der Weihnachtsbaum. Aber wie schaut das in Ganzweitwegland aus? Geht das denn, frag ich mich? Weihnachtsmärkte, dort wo der Reishalm schaukelt – der Löwe brüllt – das Kamel trabt?

Klar geht das. Man muss nur mal kurz berücksichtigen, daß es voraussichtlich zur Geburt von Jesus auch nicht gerade geschneit haben dürfte. Die Maria hatte zu Mittag frische Datteln gefuttert und Josef war an Heilig Abend in Flip-flops unterwegs gewesen.

Motiv: Möglicher Nikolaus mit Kamel vor schneebedecktemLibanon Gebirge.

Egal ob warm oder kalt, Weihnachten funktioniert überall. Ich selbst habe Weihnachten schon bei 35°C im Jemen gefeiert und es war wunderbar. Besoffene russische Archäologen sangen traurige Lieder aus der Tundra, gegessen haben wir verbrannten Fisch in Zeitungspapier und geschenkt haben wir uns all den Kram den man so auf dem Suk in Sanaa erwerben kann.

Weil Weihnachten also überall auf dem Planeten Freude bereiten kann möchte ich Euch auf Weihnachtsmärkte im Ausland aufmerksam machen für den Fall, daß Ihr ungeplant und kurzfristig verreisen müsst.

Stellenbosch Cristmas Market, South Afrika.

http://www.capeplace2stay.co.za/media/photos/201112011322724994.jpg

22.11 – 01.12.2012. 10:00 – 20:00 Weekdays, 10:00 – 15:00 Saturdays. Closed on Sundays?

Bring the family to this popular market to enjoy top quality art and handiwork at 180 stalls, as well as a cosy restaurant and a wide variety of excellent baked foods and confectionary.  Free entrance daily from 10h00 until 20h00 and Saturdays from 10h00 till 15h00. Closed on Sunday, 25 November.  www.stellenbosch-unlimited.co.za/kersmark/

German Christmas Market in Sapporo, Japan

The German Christmas Market in Sapporo has been established in 2002 to celebrate the 30th anniversary of the sister city program that has been linking Sapporo and Munich together since 1972.

German Christmas Market in Sapporo

Besides the sale of christmas goods, food and drinks (specially hot wine), several events will be held (plays, dole theater…). Novembre 22th is also the first day of Sapporo’s White illumination that will last until the end of the Snow Festival, in February.

Date(2012) November 26 (Mon.) to December 24 (Mon.) Monday to Thursday: 12:00-21:00, Friday & December 22(Thu.): 12:00-21:30
Saturday: 11:00-21:30, Sunday & National Holiday: 11:00-21:00. Location: Sapporo, Odori Park, West 2 (White Illumination Event Square).

French Christmas Market in Seoul, South Korea

On Saturday, December 4th, the annual Marché de Noël (French Christmas Market) will be held in Gingko Park. Sponsered by the Association Démocratique des Français à l’Etranger (AFDE-Coree), and all profits will go to charities in Korea. Even Santa will be there to help celebrate!

Get your fill of French delicacies such as wine, cheese, smoked salmon, foie gras, and other traditional French delights, as well as French arts and crafts. Stock up on great Christmas gifts, or get some treats for the perfect touch to your holiday party! And the best part is that you’re giving to a good cause.

Christmas Fair – Ngong Racecourse, Kenya

In recent years, the fair has grown pretty big, there are over 100 stalls, and the layout of the tents has been changed to help the visitor see more in a smaller area making it less exhausting.

http://www.the-star.co.ke/sites/default/files/styles/node_article/public/images/articles/2011/12/08/38450/apanoromicview.png

Goods for sale are usually of a very high standard and are often not found in the shops or in other retail outlets. Items include a whole range of high quality crafts, wooden furniture, bowls, spoons etc., African textiles, Christmas cards, Christmas trees, tree decorations, gourmet foods, candles, wooden carvings, wine, metal and clay sculptures and table decorations, clocks, jewellery, etc. etc.

The 2012 Christmas Fair will take place at the Nairobi Racecourse on Saturday 1st and Sunday 2nd December. Gates open at 9am. Entry fee is 500/- per adult and 100/- per child. There will be plenty of children’s entertainment, including bouncy castles, face painting and magic man. Father Christmas will be in attendance on both days at noon.

 Yukon Christmas Market, Canada

This special Christmas market is filled to the brim with crafts, foods, and jewelry made by Yukon artists. All of the items are hand-made, and the goal of the market is to keep Yukon holiday spending inside the territory.The market will be open every day from 10am to 6pm at the Old Fire Hall.

http://www.whitehorse.vic.gov.au/IgnitionSuite/uploads/images/Nunawading%20Market%205.jpg

  • 11 Dec 2012, 10:00
  • 22 Dec 2011, 18:00
  • : Whitehorse

 Armadillo Christmas Bazar in Austin, Texas, USA

Live music and art have made the original Armadillo Christmas Bazaar an iconic Austin event. Art fair and music festival rolled into one, it has long been the city’s favorite scene for holiday shopping, Austin style. With imaginative, handmade gifts and fine art that range from sophisticated to funky, the 2012 show will feature new talent and local legends

http://img.timeinc.net/time/photoessays/2008/top10_travel/10_travel_armadillo.jpg

December 12 – 22. 2012

Wie Ihr seht, gibt es Weihnachtsmärkte rund um den Globus und egal wo Ihr dieses Jahr feiert,  auch in Eurer Nähe gibt es lecker Glühwein – Bananenbier – Rum oder Gletscherwasser an den entsprechenden Ständen.

Für diejenigen die nun garnicht so weit verreisen wollen um einen Weihnachtsmarkt in der Großstadt zu finden, hier noch eine Adresse unter der Ihr die Weihnachtsmärkte in Eurer Nähe beschrieben findet.

http://de.holidayinsider.com/journal/schoenste-weihnachtsmaerkte-deutschlands

Mein ganz bescheidener Weihnachtsmarkttip liegt aber ehr ausserhalb des großen Rummels, ist mir aber jedes Jahr ein Besuch wert:

http://www.schloss-liebenberg.de/de/07_Veranstaltungen/Weihnachtsmarkt/index.html

An allen Adventswochenenden Sa + So von 12 bis 19 Uhr … immer freitags ab 18 Uhr beginnt die Liebenberger Nachtwächterstunde Eintritt: 1,50 €, Kinder bis 12 Jahre frei.
http://www.schloss-liebenberg.de/export/sites/liebenberg/bilder/grosse_bilder/Weihnachtsmarkt08.jpg
Und wenn auch noch ein bischen Zeit ist bis dahin, so scheint es jedenfalls, wünsche ich Euch bereits heute viel Freude beim kommenden Weihnachtsmarktbummel zu man man natürlich auch ein bandee: tragen kann.
Wer nun die Gelegenheit nutzen will um noch rechtzeitig auf seinen eigenen Lieblichsweihnachtsmarkt aufmerksam zu machen, kann das gerne tun. Ich veröffentliche Eure Links gerne in einem weiteren Artikel in zwei Wochen.

 

 

 

Manga – Erfolgreicher Exportschlager aus Nippon

Der folgende Artikel ist ein Gastbeitrag von dem Kinderbuchillustrator Christian Badel. Er reiste als Preisträger der Robert-Bosch-Stiftung für 14 Tage nach Japan um dort mehr über das Manga zu erfahren. Viel gesehen hat er, viel gezeichnet hat er und da es sich für Ihn nicht lohnte im Land der aufgehenden Sonne telefonisch erreichbar zu sein, verstaute er Zeichenstifte und Papier in seiner Tasche für alle Einsätze, dem bandee:.

Den ersten Teil des Reisebrichtes gibt es nun hier auf dem bandee: Blog als “Vorabdruck”. Weitere Informationen zur Reise sowie zu den Arbeiten und Kursen von Christian Badel findet Ihr auf  http://www.kikifax.com/.

Spurensuche in Japan – im Herkunftsland des Manga. Ein Reisebericht von Christian Badel.

Auf einer 14-tägigen Reise ins Land der aufgehenden Sonne erhielt ich jede Menge erhellende Einblicke. Vieles blieb mir allerdings auch ein Rätsel. Schon bei der Anreise in Tokio zieht mich die Stadt in ihren Sog. Die größte Metropole der Welt erschlägt jeden Neuankömmling regelrecht mit ihrem enormen Tempo, dem nervösen Blinken der Neonreklame und dem ohrenbetäubenden Lärm.Es ist anfangs ein unübersichtliches Gewimmel. Fast 36 Millionen Menschen drängen sich in der Mega-City zusammen. Überall sind die bunten Manga-Figuren präsent. Ob in der Werbung, den Comicläden mit ihren lebensgroßen Actionhelden, den Pappkameraden zum Fotografieren oder sogar als Bus in Pandaform. In Japan ist Manga eine Massenkultur.

 

Die Comics gehören zum Alltag – es gibt sie millionenfach für jede Altersgruppe und zu jedem Thema: für Mädchen und Jungs, für Kinder und Jugendliche, Hausfrauen, Geschäftsleute, Mütter und Senioren, als Kochbücher und Gebrauchsanweisungen, als Krankenberichte oder auch erotische Manga. Die meisten Geschichten sind sehr einfach gestrickt. Wie im Märchen gibt es Gute und Böse, und es gibt immer eine Botschaft. Durch die einfachen Bildergeschichten erhält jeder einen direkten Zugang zur populären japanischen Kultur.

 

 

Knapp sieben Sekunden braucht man angeblich durchschnittlich für eine Seite. Da schafft man auf der Bahnfahrt zur Arbeit locker mehrere hundert Seiten. Sind sie ausgelesen, werden die Manga weggeworfen. Die wöchentlichen Magazine werden für umgerechnet 2,50 bis 5,-€ verkauft. In Tokio, Kyõto und anderen Großstädten gibt es aber auch Bibliotheken, die ausschließlich mit Comic-Büchern bestückt sind.

Neben der Massenware hat in Japan auch Ernsthaftes großen Erfolg. Ein Beispiel dafür ist Keiichi Nakazawas „Barfuß durch Hiroschima“ (http://www.carlsen.de/serie/barfuss-durch-hiroshima/18749), das die Kindheit des Autors in der atombombenzerstörten Stadt schildert. In kurzer Zeit verkaufte sich das fast 2000 Seiten zählende Zeichen-Werk mehr als eine Million Mal. Es war einer der ersten Manga, die in Deutschland gedruckt wurden. Die Auseinandersetzung mit dem Phänomen Manga lohnt sich. Wenn man die ersten Berührungsängste mit dieser etwas fremden Form überwindet, kann man spannende Entdeckungen machen. Und ob wir wollen oder nicht: DieManga-Welle wird uns einholen. Es hat längst schon angefangen.

 

Illustrator Christian Badel mit bandee in Japan.

 

Vorsichtige Annäherung an das Medium Manga

Der Begriff „Manga“ ist mir seit langem bekannt. Einmal durch meine Arbeit als Illustrator aber vor allem über die Schülerinnen und Schüler in den Comicworkshops, die ich anbiete. Anfangs habe ich die Begeisterung für Manga und Nachahmfreude der Schüler mit Befremden betrachtet. Die ungewohnte Leserichtung von hinten nach vorne, die fremdartige Bildsprache und die rasante filmschnittähnliche Bildabfolge fand ich zwar interessant, aber die sehr simplen Handlungen und vor allem die einseitige Niedlichkeitsästhetik oder Gewaltdarstellung vieler Manga hielten mich davon ab, mich tatsächlich näher damit zu beschäftigen. Doch der anhaltende Boom machte mich immer neugieriger.

Die Begeisterung und Ausdauer der Kids, sich in die Welten ihrer Comic-Helden hineinzudenken und sich Techniken anzueignen, faszinierten mich. Was ist es, das sie dabei so stark motiviert? Ausdauernd eifern sie ihren Vorbildern nach, kopieren und feilen viele Stunden an ihren Zeichnungen, meistens um Fan-Arts zu produzieren. Monatelang basteln sie an aufwändigen Kostümen. Sie schaffen sich so etwas wie ihre eigene Welt.

 

 

Eingefleischte Manga- Fans begegnen sich aber nicht nur im Internet in diversen Manga-Foren, sondern treffen sich auch real regelmäßig zu Manga-Events, Festivals oder im Manga-Bereich auf den Buchmessen. Manga ist nach und nach Teil einer sehr quirligen und lebendigen Jugendbewegung bei uns geworden. Sie hat ihre eigene Sprache, Kommunikationsformen, Symbole und Musik. Das machte mich neugierig, dem Phänomen im Ursprungsland auf den Grund zu gehen.

Ein Preis der Boschstiftung machte es dann möglich. Für ein Kunstprojekt, daß ich mit Kindern an der Jugendkunstschule Pankow durchgeführt hatte, wurde ich mit dem Deutsch-Japanischen Freundschaftspreis und einer Reise ins Land der aufgehenden Sonne ausgezeichnet.

Dort traf ich meine Projektpartnerin, Miho Yamanari, eine Japanische Künstlerin und tauchte eine andere Welt, die aber auch wieder viele überraschende Gemeinsamkeiten offenbarte.

Weiter Infos zur Reise, den Zeichenkursen und den Arbeiten von Christian Badel findet Ihr unter:  http://www.kikifax.com/

 

 

 

Für den Opel Adam nach Portugal!

Portugal! Ein tolles Land, wirklich. Wer noch nicht dort gewesen ist, sollte einen Trip umbedingt mal einplanen. Mit dem Flugzeug ging es nach Lissabon. Dort wurden wir mit einem ganz besonderen Schokoladenkuchen bestochen. Der Schokoladenkuchen von Sofia Landeaus hat es in die NewYork Times und in meinen Magen geschafft. Eigentlich gibt es diesen “teuflisch guten” Schokoladenkuchen nur an einem einzigen Ort auf der Welt: Taberna 1300, LX Factory!

Man war der lecker, ich hab den Geschmack jetzt noch auf der Zunge und vermutlich inzwischen auch etwas vom Schokoladenkuchen auf den Rippen. Der Grund des Trips war aber nicht der Schokoladenkuchen, es ging um ein neues Fahrzeug, welches genau wie das Bandee eher ein Lifestyle Produkt ist. In Portugal galt es den neuen Opel Adam zu erfahren, der mit dem Bandee eine ganze Menge gemeinsam hat. Zum einen, sind beide kompatibel zum iPhone, dann haben beide einige Verstaumöglichkeiten und passen dann auch noch ausgesprochen gut.

Am ersten Tag ging es vom Flughafen über Queijas an der Küste entlang in Richtung Cascais. Dort nächtigten wir um am nächsten Tag, nach einem kurzen Regenschauer, zum Cabo da Roca zu fahren. Automobil-Journalisten werden nun schmunzeln, Cabo da Roca ist der westlichste Punkt des europäischen Festlands und eigentlich war man mit jedem Fahrzeughersteller schon mal dort. Der Grund dafür ist klar: Tolle Straßen, herrliche Kurven, wunderschöne Motive:

20121110-223218.jpg

Wer Lust hat auch mal nach Portugal zu fliegen, der sollte das unbedingt tun. Gerade in den Herbst und Wintermonaten ist es ein Paradies für Rennradfahrer (die unbedingt ein Bandee tragen sollten) oder aber für diejenigen die einfach mal ein neues Land entdecken wollen. Hier noch mal einen schnellen und kurzen Überblick auf was man alles achten sollte, wenn man sich im portugiesischen Straßenverkehr behaupten will:

Es gibt Mautstationen auf der Autobahn, entweder man hat ein Via Verde-Gerät oder muss halt in Bar an den Mautstationen bezahlen. Innerhalb von geschlossenen Ortschaften darf man 50 fahren, 90 km/h gilt für Landstraßen und auf der Autobahn darf man 120 km/h fahren. Interessant: Ein blaues rundes Schild mit einer Zahl drauf zeigt die Mindestgeschwindigkeit. Ja, in Portugal gibt es eine Mindestgeschwindigkeit. Ansonsten gibt es viele Parallelen zu Deutschland: Rechts überholen ist verboten, es besteht Gurtpflicht für alle Insassen und es gilt die 0,5 Promille Grenze. Doch wer den guten Wein genießen möchte, der sollte sowieso kein Auto fahren.

Geheimtipps in Portugal: Puddingtörtchen Pastel de Nata im Pasteis de Belem genießen, die Schokoladenkuchen in der LX Factory oder halt der Cabo da Roca, der Leuchtturm ganz im Westen. Im Zentrum von Lissabon sollte man sich die gelb/roten Straßenbahnen ansehen und event. auch mal eine Runde mit fahren. Ich empfehle natürlich das Bandee mitzunehmen, denn schließlich brauch man für jede Erkundungstour etwas Geld, ein Telefon und ggf. noch eine kleine Kamera um die Eindrücke festzuhalten. Meine “kompakte Ausrüstung” passt in das Bandee und ich hab dann noch die Hände frei um Schokoladenkuchen zu essen, man der war aber auch lecker!

20121110-224544.jpg

Mit dem Bandee zum Sieg!

“Eigentlich” sollte ich von der transparo-Einparkmeisterschaft 2012 nur berichten, dass die Veranstalter extra für die anwesenden Blogger noch eine “zweite” Meisterschaft ausgerufen haben. Da stand ich dann auf dem Platz, mit Smartphone, kleiner Kamera und Bandee bewaffnet ging es über diverse Stationen. Ich musste also zwei Sachen gleichzeitig bewältigen: Berichten und teilnehmen! Sprich Kamera zücken, zwischendurch mit dem iPhone noch mal den ein oder anderen Tweet abschicken, die Sachen wieder verstauen und dann – ab ins Auto / Gefährt und einparken.

Für mich war schon vorher klar, dass das Bandee mich begleiten wird. Das Wetter war mies, es war kalt und meine Hände wollten unbedingt in der Jackentasche bleiben. Über der Jacke (ja, wir wurden in CI-Wear eingekleidet) trug ich das Bandee, so hatte ich: Taschentücher (man hab ich da häufig Tränen gelacht), iPhone und die kleine Kompaktkamera.


Die Aufgaben:

Habt ihr schon mal eine Stretch-Limousine eingeparkt? Ich vorher auch noch nicht. So ein Riesen-Lincoln (9 Meter lang) möchte ich gerne mal im normalen Straßenverkehr bewegen, das Einparken hat schon ganz gut geklappt.

20121030-112354.jpg

Habt ihr schon mal eine Vespa APE eingeparkt? Ein irres Gefährt, mit der Vespa APE kann man rückwärts fahren, fast ganz normal einparken. Normal einparken musste man auch einen aktuellen Citroen und richtig viel Humor mussten vor allem die Männer der Schöpfung beweisen.

20121030-112440.jpg

Seid ihr schon mal auf High Heels gelaufen? Ich vorher auch noch nicht, ist auch nicht mein Ding! Mit dem Gedanken an zwei gleichzeitigen Bänderdehnungen wollte ich trotzdem nicht die Spaßbremse sein und stiefelte auf rosa High Heels in einen grünen LKW um diesen einzuparken. Jorge Gonzales vergab noch Style-Punkte. Ob nun aus Mitleid oder auf Grund der Tatsache, dass ich eine Tasche trage weiß ich nun natürlich nicht. Während der Einparkversuche war das Bandee ideal, denn ich hatte meine Taschen leer. Die Hose voll hatte ich vor der letzten Prüfung! Wer mich kennt, der weiß: Ich habe öfters mal eine große Klappe!

Schon mal ein Auto blind eingeparkt? Ich jetzt schon! Einen Renault R4! Besitzer Fritz fand meine Idee nicht so prickelnd, doch am Ende schenkte er mir sein Vertrauen. Normalerweise hätten wir einen sehenden Beifahrer gehabt der uns in die Parklücke hätte “dirigieren” sollen. Ich wollte es alleine durchziehen. Jean-Pierre Kramer, der übrigens echt ne coole Socke ist und ganz und gar nicht arrogant, hat hier noch den obligatorischen “Wetten dass?!?”-Test gemacht und anschließend ging es allein, allein – im R4 in die Parklücke.

20121030-111902.jpg

Wie das geklappt hat seht ihr im nachfolgenden Video:

Das Ende vom Lied? Die transparo-Einparkmeisterschaft (für Automobil-Blogger) hab ich gewonnen, eigentlich kein Wunder, oder? Hatte doch schließlich mein Glücksbringer dabei ;) .

20121030-112115.jpg

Weitere Bilder / Fotos / Videos gibt es bei den anderen Automobil-Bloggern: Bjoern, Jan, Fabian, Lisa, Moritz… denn ich konnte mich ja schließlich nicht selber fotografieren. Wie immer wenn ich mit dem Bandee unterwegs bin: Man wird auf die praktische Umhängetasche angesprochen und man merkt schnell, dass Bandee ist mehr als nur ein stylisches Lifestyle-Produkt.

1x Piräus – Poseidon und zurück. Athen zum dritten und letzten.

Neuer Tag, neues Glück. Seit zwei Tagen sind wir nun in Athen und genießen es komplett. Von Berlin hören wir am Telefon, daß es kalt, hässlich und total ungemütlich ist, was wir mit schwärmereien über Palmen, blauen Himmel und kurze Ärmel quittieren. Ah – und Ohs entlocken wir unseren wechselnden Gesprächspartner Zuhause und genießen das Leben.

Guten Morgen Athen – Guten Morgen Griechenland, deine Touris sind Reif für einen neuen Tag.

Nach dem wir uns gestern die Füße rund liefen, haben wir beschlossen, es heute langsamer anzugehen, was das Laufen anbelangt. Außerdem wollen wir die Küste und das Meer sehen bevor es zurück in die Kälte geht. Solange wir hier sind denkt niemand an die uns bevorstehenden langen dunklen Wintermonate, allein mit unserem Trockenfisch im Iglu. Durch die Schönhauser streifen die Wölfe und die Post wird mit dem Rentierschlitten ausgefahren. Brrrr….. nein, wir wollen jetzt Wärme inhalieren – Leben, noch einmal die Sonne sehen. Ist das zuviel verlangt?

Ganz klar, unser heutiger Weg führte nach Piräus und wir wollten uns einen Roller oder ein Moped mieten um ein bischen die Küste hoch zu Fahren – so der Plan. Ich bin übrigens immer extrem dankbar, wenn die Beschilderung auch für mich lesbar ist. Gelegentlich hatte ich das Gefühl, man könnte verschiedenes auch ableiten, aber mal ehrlich, ich würde hier auf Mos Peipala tippen, die nächte Raumschiffstation nach Mos Eisley auf Tatooine.

Schön ist es auch, daß wir hätten Räder mitnehmen können wenn wir welche gehabt hätten. Ich finds super und bin auch von der freundlichkeit des Schildes als solchem angetan. Ich könnte mir vorstellen, daß viele Touristen sich einfach mal ein Rad mieten nur um es in der Metro dabei haben zu dürfen.

Ich kann die Athener Metro garnicht oft genug loben. Sie ist hell, sauber mit vielen bunten Stationen ausgestattet, gut beschildert und steht voller hübscher Mädels und Jungs die leicht in den Knieen federn zur allgegenwärtigen griechischen Musik,  welche über die Lautsprecher zentral für alle Bahnhöfe ausgestrahlt wird.

Man steigt zur ersten Strophe irgendwo ein und vier Stationen später kann man bei der dritten Strophe wieder aussteigen. Manchmal ist es so, daß die Athener Metrofahrer mitsingen und schunkeln und die ganze Metro während der Fahrt im Rythmus der Musik wippt. Wir haben Bahnsteige voller singender und tanzender Menschen gesehen die “Athen – Athen” sangen “….. its up to you Athen – Athen. If I can make it there, I make it anywhere………”

Richtung Piräus geht es übrigens wieder am berühmten Tempel des Hephaistos vorbei der von seiner Mutter Hera bis nach Templin geschleudert wurde und dort lange als Schläfer, pardon, Schäfer jobbte.

Die Ankunft in Piräus ist ungefähr genauso wie man es sich ausmalen würde, müsste man es beschreiben ohne es je gesehen zu haben. Die Bahn endet am Hafen und tritt man durch die Pforte sieht man ein großes phönizisches Handelsschiff dessen einziges Ziel es ist den Menschen Dinge zu verkaufen die sie im Leben nicht brauchen werden.

Durch den Ausgang nach links trifft man schnell auf viele Geschäfte für Fährfahrkarten und durch den Ausgang nach rechts ist es genauso. Da wir den Plan hatten einen Roller zu mieten suchten wir unach einem Rollerverleih, hatten jedoch keinen Erfolg. In der unmittelbaren Umgebung der Station wechseln sich lediglich Motorbootbedarfgeschäfte mit Fischläden und Bäckereien ab. Weit und breit gab es kein Roller oder Moped verleih. Eine echte Marktlück hier.

Wie haben uns dann eine der Bäckerein ausgesucht um nach einem Verleih zu fragen und wurden auf einen Weg geschickt, der gut beschrieben schließlich an einer Autovermietung endete. Egal. Flexibilität ist unser Vorname weshalb wir entschieden auf ein Auto umzuschwenken.

Man stelle sich ein Büro vor mit locker 20 Schreibtischen und Computern auf den Tischen und das vorhandene Personal beschränkt sich auf einen einzelnen Mann, der tapfer die Stellung zu halten scheint, weil hier wohl derzeit absolut niemand ein Auto mieten will.

Ob das nun an der Krise oder an den Autos liegt kann ich nicht beurteilen, aber bessere zeiten muss dieser laden schon gesehen haben, denn arg viel schlechter kanns nicht sein.

Ich sagte zwar: “any car- but cheap”, aber daß die Mühle so “any” war, hatte ich nicht erwartet. Ich will nicht mosern, diese Schüssel hat uns zu Poseidon und zurück gebracht, aber die ganze Zeit über leuchtete das Getriebesymbol und die Kiste roch so pervers nach Sprit, daß wir nur mit offenem Fenster fahren konnten. Ich will auch nicht nicht vorgreifen, denn ein kleines Geschichten gibt es auch noch zu dem Auto zu erzählen.

Schön und hilfreich war es, daß wir auch gleich einen Vorschlag gemacht bekamen wohin wir fahren könnten, nämlich zum Tempel des Poseidon, 70 km die Küste runter. Zunächst mussten wir aber erstmal tanken, die Kiste war nämlich fast leer.

Das Tanken ist in Griechenland genausowenig ein Quell der Freude wie hier. Witzig fand ich allerding, daß man Knöpfchen drücken durfte um den Betrag zu wählen für den man zu bezahlen gewillt ist.

Nun war die Schleuder mit 17l plötzlich fast voll was nun wiederum garnicht passte uns aber dann doch leidlich egal war, haupstsache die Kiste fährt. Wir fuhren los die Küste runter und wir haben es genossen. Tatsächlich kann man fast nicht falsch fahren von Piräus zum Poseidontempel, wenn man darauf achtet, daß rechterhand das Meer und linkerhand das Land ist. Ich hab es aber trotzdem fertiggebracht, daß das Meer auf einmal links war.

Hat man sich erst einmal ein bischen verfahren, wird man feststellen, daß es nur noch Strassenschilder gibt die in griechisch geschrieben sind. Man muss dann einfach so lange konsequent irgendwohin fahren bis sich das ändert. Dieser Prozess dauerte bei uns ca.20 Minuten, ab dann kam wieder ein Schild das wir lesen konnten und alsbald fuhren wir doch noch glücklich die Küste entlang.

Parallel zur Küste verläuft übrigens auch eine Strassenbahn die sozusagen genau am Strand entlang fährt. Hätte ich das vorher gewusst, hätten wir auch versuchen können mit der Bahn zu fahren, allerdings endet diese bald und zu Fuß wären es von dort aus wo die Bahn endet noch sicher drei Tagesmärsche zum guten Poseidon gewesen.

Die Strecke bot manchen schönen Ausblick und auch eine kleine Polizeikontrolle gab es zu sehen. Leider hab ich die Motoräder der berittenen Polizei nicht fotografiert, aber es handelt sich um abolut schicke Aprilia- Kisten die bestimmt abgehen wie Schmidts Katze wenn man erst mal den Hebel auf den Tisch legt.

Nach gut einer Stunde kam der Tempel schon von weitem in Sicht. Er liegt hoch auf einem Flesen mit hervoragender Sicht auf das Meer, alles andere wäre volkommen unangemessen. Beste Lage also für den Gott des Meeres, sozusagen mit Arschbombenoption vom Fensterbrett aus.

Wir hatten übrigens unsere restlichen Eintrittskarten von gestern vergessen, aber ich mutmaße mal, daß unsere Athener Eintrittskarten auch hier gültig gewesen wären.

Parken kann man direkt unterhalb des Tempels an einem Restaurant. Hier stand auch das Auto was uns der Vermieter hatte eigentlich geben wollen. Ich bezweifle ob wir hier mit 17l auch zu einer nahezu vollen Tankuhr gekommen wären, wahrscheinlich zieht das Ding schon allein für die Standheizung 17l durch.

Wir haben übrigens zielsicher auch die Besitzer des Wagens ausfindig machen können. Wie sahen die beiden schon von weitem. Er, groß wie ein Baum, wahrscheinlich war er der Bodygard, Sie schlank wie eine Drossel und mit Schuhen die hier so unangebracht waren, daß der Bodygard Sie fast hätte den Berg herunter tragen müssen.

Alles hat eben seinen Preis und wer schön sein will, der besucht den Poseidontempel auch in Highheels.

Poseidons Tempel:

Poseidons Briefkasten:

Nachrichten die damals der Größe der Briefe wegen nicht zugestellt werden konnten meißelte man kurzerhand auf die Steine rings herum.

Poseidons Grundstück und Aussicht:

Kultur ist eine feine Sache solange man nicht Pipi muss. Plötzlich endelt die Geduld mit der Templerei rasend schnell und man fragt sich, ob es irgendwie rein karmatechnisch ein Problem sein könnte, wenn man gegen den Tempel des Poseidon biselt?

Wir wollten es nicht testen, haben schon genug Stress mit selbst erwählten Halbgöttern vom Ordnungsamt in Berlin und daraus unsere Lehren gezogen. Das bereits beim Einparken kritisch beäugte Restaurant wird nun zu unserem eiligen Anlaufziel. Im vorbeigehen an der Eintrittskasse frag ich mich ob wir wohl den Mindestzeitraum welcher dem Poseidontempel von Kultur wegen zukommt eingehalten haben, oder ob wir als Banausen gehandelt werden, weil wir für einen Poseidontempel mit vollen Bläschen nur ganze 18 Minuten brauchten.

Genaue Angaben wie lange man der Ordnung halber Tempel zu besichtigen hat um nicht als Banause zu gelten finden sich unter www. binicheinbanause.de

Im Restaurant blieben wir deutlich länger und hatten eine heiße Schokolade und einen Frappe der ein Genuss war.

Die Griechen haben übrigens das zweifelhafte Vergnügen 23% MwSt bezahlen zu dürfen. Berücksichtigt man noch die Spritpreise und beamt sich diese Situation mit dem geistigen Auge nach Berlin, ich bin sicher der ADAC würde zu Massendemos aufrufen und präventiv Waffen in Pakistan einkaufen um gewaltsam einzuschreiten.

Nach dem wir das mit dem Tempel nun hinter uns hatten, fuhren wir nun zurück in Richtung Athen, nicht aber ohne nach einem netten Plätzchen Ausschau zu halten an dem wir noch kurz in die Fluten springen zu konnten. In dieser Gegend scheinen die letztjährigen Feuer übrigens hart zugeschlagen zu haben. Viele Bäume und Büsche, ganze Berghänge sind bis zum Meer hinunter abgebrannt. Vereinzelt sieht man auch die Reste von bis auf die Grundmauern abgerannten Häusern.

Wenige Kilometer vom Tempel entfernt wurden wir bereits fündig und fuhren dekadenterweise bis fast ans Meer, was übrigens alle so machten. Die Schnauze des guten Autos in den Wind geparkt bemerkten wir nicht das Drama das sich nun anbahnen sollte. Unser Auto bekam Sonnenbrand und während wir parkten Schritt der Prozess so schnell voran, daß ich Glück hatte den Ablösungsprozess des Lackes noch eben so dokumentieren zu können.

Was eben noch eine winzige Stelle auf der Stoßstange war wurde vom Wind scheins aufgezogen und abgeblasen. Zum Glück hab ich das Stückchen Lack gleich gesichert und da es ja absolut Null Kratzspuren gab, wurde mir später beim Abgeben versichert, daß keine weiteren Probleme entünden. Warten wirs mal ab.

Auf jeden Fall wurde bei ca. 20C  Wassertemperatur gebadet und der aufkommende Wind sorgte für Wellen die wir mit großer Freude absurften. Der Wind soll übrigens schlechtes Wetter bringen und wenn ich das richtig sehe haben wir ein super Zeitfenster für unseren kleinen Trip erwischt.

Auf dem Rückweg haben wir dann viele Mopeds und Roller gesehen deren Fahrer ohne Helm fuhren und ich glaube, daß die Helmpflicht hier noch nicht eingeführt wurde. Es scheint aber eine Pflicht zu geben, auf  jedem Moped ein Mädel mit auf dem Sozius mitsich zu führen, was ich nun wiederum für eine sehr sinvolle Regelung halte.

Wir haben unsere Perle mit ohne Lack abgegeben und sind dann mit der geliebten Metro zurück ins Städtchen gefahren. Essen waren wir dann auch noch und haben eine Grillteller für eine Person bestellt, mit zwei Gedecken, den wir zusammen nicht packten, so groß war die Portion. Es war noch viel auf dem Teller als die ersten Kätzchen eintrafen, süß sind die und es gibt viele von Ihnen. Eine war allerdings besonders süß, eine kleine schwarze mit riesigen Ohren und großen Kulleraugen.

Meine große bestand nun darauf diese zu füttern was ich strikt untersagte. Wir debattierten eine Zeit lang hin und her. Dann viel er der zentrale Satz der mir noch lange in Erinnerung bleiben wird. “Wir sind doch in Griechenland, also muss auch dieses Kätzchen unter den Rettungsschirm”.

Das Kätzchen muss unter den Rettungsschirm, schöner kann man es nicht sagen. Es ist eben nicht immer alles eine Frage der Vernunft, manche Entscheidungen müssen mit dem Herzen getroffen werden.

Unsere Reise neigt sich dem Ende entgegen und morgen fliegen wir nach Hause. Schön wars. Den morgigen Tag werde ich nicht weiter dokumentieren, denn es wartet zu viel Arbeit auf mich. Ich hoffe ich konnte Euch ein wenig unterhalten und wünsch uns eine gute Heimreise und Euch noch einen schönen Abend.

 

Papadokulus macht auf Athen für Anfänger!

Athen für Anfänger deshalb, weil wir heute genau die Wege abgegangen sind, die man geht, um das who is who der kulurellen – visuellen – touristischen Highlights in Athen zu erwandern.

Früher war es immer so, daß ich dachte, ich wäre als Reisender etwas besonderes. Ich bin anders, dachte ich. Ich bin kein Tourist, dachte ich. Ich bin irgendie näher am “Eigentlichen”, an den Menschen, am Land, an dem “Griechen” als solchem, dachte ich. Vielleicht war es früher auch alles etwas anders, so genau lässt sich das nicht sagen, aber heute bin ich hier ein Tourist und das maximale Ziel besteht darin, unter den versammelten Deppen ein kleiner zu sein.

Die Metrostation Syntagma ist der Ausgangspunkt und der Endpunkt der heutigen Rundreise durch jene 3% von Athen das wahrscheinlich 99% aller Besucher kennen und niemals, so wie ich auch, darüber hinauskommen werden.

Wenn Ihr Euch das obige Bild anschaut und vorstellt, ich würde micht umdrehen, würdet Ihr sehen wie sich in meinem Rücken die Palastwache auswechselt. Mit lustigen Bommelschuhen, feschen Mützchen und einem prima Batmanumhang marschieren sie gerade von links nach rechts im Entenschritt und es ist mir eine große Freude diesen Wachwechsel aufmerksam zu beobachten. Als ich anhebe ebenfalls wach zu wechseln kommt ein: “Papa, hör auf” angeflogen, was mich sofort zur Besinnung ruft.

Von Syntagma aus führt unser Weg nun durch einen Park mit Ziegen und Palmen, vorbei an einem schicken Gebäude in dem Athene erster Olivenbaum gestanden haben soll, direkt zu einem Tempel von dem wir, durch die überaus atraktive Pförtnerin erfahren, daß es sich um den Zeustempel handelt.

Den Zeustempel haben die Athener, wie ich lernen durfte übrigens von einem römischen Kaiser bezahlt bekommen, wie auch das Hadrianstor und diverse andere Gebäude denen wir heute mit Ehrfurcht begegnen. Man könnte ob der Importe ein bischen ins schwadronieren kommen und meinen, es handle sich um eine gute, alte Tradition, daß mehr Geld nach Griechenland hineinfließt, als….

Im Angesicht der Schönheit dieser Stadt pfeiff ich allerdings was auf diesen Aspekt der Geschichte.

Überaus atraktiv ist in Athen übrigens nicht nur das “Alte” und “Steinerne”. Was ich hier heute an Coolness, Attraktivität, Eleganz und Schönheit gesehen habe, männlich wie weiblich war extrem beeindruckend. Ich gebs zu, ich hab mehr auf die Frauen als auf die Männer gelinst, will aber an dieser Stelle nicht ungerecht sein. Ihr seid alle schön, Ihr Griechen.

Man hält mich hier übrigens dauernd für einen Griechen, was mich natürlich vor dem Hindergrund des eben beschriebenen ehrt.

Hallo Ihr Griechen, nennt mich Papadokulus.

So ein Zeustempel ist eine feine Sache um Töchter zu beindrucken. Man kann erzählen was eine Steinrolle wiegt und schätzt dabei großzügig selbst. Man kann erzählen wie lange die Menschen damals brauchten, bis…… wie schwer sie es hatten, um….. wie gefärlich es war, wenn…. Mit jeder präsentierter Geschichtlichkeit wächst die eigene Wichtigkeit.

Wichtig ist auch alles was nicht berührt werden darf, weshalb selbst einfach Steine von 3m x 2m x 1m Länge hier mit “do not touch” Schildchen versehen wurden auf das der gefürchtete Handschweiß sie nicht zerstöre.

Vom Zeustempel weg bewegten wir uns nun zielstrebig in Richtung Akropolis. Hier kamen wir zum ersten mal mit den Ausläufern der berühmten Plaka in Berührung. Einem Stadtteil der mit seinen kleinen Gassen einfach wunderbar romantisch und mit seinen huntertausend Plasikperlen -Tshirt-Olivenöl-Silberschmuck-Lederschlappen-Schuh-Möbel-Plez-Badeschwämmchenläden hinreißend bunt und unterhaltsam ist.

Abseits dieses Trubels entdeckt man jedoch manchmal die wahren Perlen einer solchen Reise. Dinge die man bislang nicht kannte. Wissen, daß sich einem schlagartig offenbart. Wie kommen die Oliven auf die Zahnstocher? Eine Frage die sich mir erst gestellt hat, nach dem die Lösung  sich großzügig selbst offenbarte.

Nun aber endgültig auf dem Weg zur Akropolis stellte sich die Frage wo denn der Eingang bzw. Aufgang zur selbigen ist. Als guter Tourist hatte ich zwar in der Thalia Buchhandlung in den Schönhauser Alleearkaden noch einen Stadtplan erstanden, der lag nun aber da wo alle Pläne liegen wenn man sie braucht, im Hotelzimmer. Also war die Devise: immer bergauf über die Nordflanke, irgendwo wird schon der Eingang sein.

Der Weg zur Akropolis ist allein schon wunderbar. Zwischen den geduckten Häuschen der Plaka winden sich zig Gässchen immer weiter hinauf und schließlich endet man unterhalb des Felsens an einem Zaun. Dieser rieglt das Gelände vor unbefugtem Zutritt ab und verhindert, daß unerschrockene Väter die Akropolis mit Ihren Töchtern über die Felswand erklimmen Am Zaun stellte sich die Frage: links oder rechts?

Vor so einer Entscheidung wird meine Wahl immer für links Fallen und so kamen wir auf einen Weg der uns links herum so lange um den gesamten Berg führte bis ich mit meiner Entscheidung schließlich recht behielt. Geführt hat uns dieser Weg aber vorbei an atemberaubenden Aussichten auf die Stadt die, wie ich mermals bemerkt hab, erstaunlich ruhig ist wenn man die unglaublichen Dimensionen berücksichtigt.

Man meint es müsste eigentlich Brummen und Hupen und Schreien, aber wir stehen hier und schauen auf eine ruhige friedliche, etwas smokig- neblig gelbe Stadt und denken darüber nach, warum es hier so still ist und was die Athener wohl lachen würden wenn sie erführen, daß es in anderen Städten grüne Plaketten gibt.

Die Metrokarten gut sichtbar in der Handytasche verstaut, so trägt Athene gerne ihr bandee:

Endlich hatten wir es geschafft und den Eingang gefunden. Das Eintrittssystem in Athen und ist übrigens ziemlich überschaubar. Da wo man gerade hinein will, bei uns wars zuerst der Zeustempel, bekommt man Eintrittskarten für 12,00 Euro. Kinder bis 14 Jahren sind frei. Von der Eintrittskarte werden dann, wenn man in ein anders Museum oder zur Akropolis wechselt verschieden Abschnitte abgerissen , wodurch man nicht überall aufs neue bezahlen muss. Ein Ticket hier, ein Ticket da, für die Akropolis ein eigener Ticketabriss mit Aufdruck. Das Akropolismuseum selbst muss aber getrennt bezahlt werden, ist mit 5,00 Euro aber erschwinglich.

Es ist und bleibt einfach etwas großes hier oben zu stehen, auch wenn die eigne Gattung tausenfach mit anwesend ist. Homo Fotografensis in Massen, doch wäre ich nicht einer von Ihnen, es gäbe im ganzen Text kein einziges Bild.

Der Parthenon ist natürlich überwältigend. Diese Säulen  – die Friesen – diese Kapitäne, einfach super. Warum nun aber ausgerechnet in dieser Höhe während der Bauarbeiten ein Pferd zerquetscht wurde erschließt sich vermutlich nur dem eingeweihten. Den Eingeweiden des Pferdes hingegen war es abträglich.

Empfehlenswert ist übrigens das Akropolismuseum das wir zwar zu einem späteren Zeitpunkt besuchten, aber das hier nun auf Grund der inhaltlichen Zugehörigkeit kurz erwähnt wird. Man kann das Museum allein schon wegen der Architektur besuchen, ohne Scherz. Es ist klasse gemacht und mit seinen durchsichtigen Panzerglasböden eine echte Freude für Leute mit Höhenangst.

Tatsächlich zögert man schon, wenn man diese Fenster in die Unterwelt zum ersten mal betritt und wahrnimmt, daß sich unter den eigenen Füßen ein Abgrund auftut der bis auf die ausgegrabenen Schichten der Antike reicht. Egal welcher Athener hier ein Loch macht, er muss immer damit rechnen, auf das Häuschen der Ur-Ur-Ur-…… Omma zu stoßen. Das ganze Museum steht auf Säulen, zumindest der sichtbare Teil und in den einzelnen drei Geschoßen sind die Böden ebenfalls aus Panzerglas so daß man vom obersten Geschoß bestimmt 20m in die Tiefe blicken kann.

Super gemacht finde ich, daß sich die Akropolis in der Fassade des Museum spiegelt. Ein ganz großer Wurf für ein Museumsbau. Bei den zwei Männern handelt es vermutlich um Götter. Links Zeus und rechts Poseidon, der als Zeichen seiner Würde gerne auch mit Putzeimer dargestellt wird.

Außer auf die Tempel hat man von der Akropolis aus auch natürlich einen hervorragenden Blick auf die Stadt und kann mit entsprendem Zoomfaktor in die privaten Dachgärten der Athener eindringen ohne daß diese es bemerken.

Es muss doch etwas wunderbares sein diese Dachterasse zu besitzen. Einerseits liegt sie am Fuß der Geschichte, andererseits liegt sie auf Augenhöhe mit dem Stadion, dann reckt sie sich noch über den Leib der Stadt hinaus und liegt doch nicht am Arsch der Welt. Anatomisch betrachtet eine einzigartige Lage.

Runter von der Akropolis führte uns unser Weg vorbei am Tempel des Hephaistos. Der Göttersohn von Zeus und Hera kam, wie man hört klein, hässlich und schreiend zur Welt und wurde deshalb von seiner Mutter Hera just nach der Geburt vom Olymp geschleudert. Das ist natürlich eine riesen Sauerei, lässt sich aber heute nicht mehr ändern. Ob dieser verkorksten Kindheit hat man dem Jüngling später eine schicke Immobilie in Zentrumsnähe gewidmet. Obs geholfen hat ist nicht überliefert.

Ob  es sich bei diesen zwei Megakörbchen tatsächlich um den versteinerten BH Athenes handelt ist Quellentechnisch nicht belegt, kann aber angesichts der Form und Lage gerne gemutmaßt werden.

Ganz in der Nähe, genaugenommen direkt gegenüber dem Tempel des Hephaistos befindet sich der Nachbau eines alten Schulhauses, der Stoa des Attalos.

Hier lehrten, soffen, grübelten und stritten die ortsansässigen Philosophen. Der Nachbau ist wegen seiner Säulenhalle und der nun endlich einmal sichtbaren Dachkonstruktion aus Holz sowie der Länge und Höhe der Halle wirklich beeindruckend. Im Untergeschoß befindet sich ein Museum, daß in langen volkommen unspannenden Vitrinenreihen viele Dinge zeigt. Im hinteren Teil fanden wir aber zu unserer großen Freude sehr saubere öffentliche Toiletten und einen kostenlosen Trinkkwasserspender.

Nach unserem Besuch in der Stoa kam dann der Wiedereintritt ins Unsiversum des Konsums. Raus aus der Welt der Kultur und Kulturinnen, hinein in die Plaka mit seinen Geschäften und Halstuchverkäufern. Der Besuch in einem Kaffehaus, um die nun schon reichlich strapazierten Füsschen mal lang zu strecken war mehr als angesagt.

Die kleinen Häuschen, die Händler, die Möbel. Ach was gibt es hier schöne Möbel die Zuhause den eh schon schmalen Platz noch weiter minimieren könnten.

Es gibt hier auch sehr viel Olivenseife von der man nun tasächlich nie genug besitzen kann. Unser Weg führte ab hier zurück zur Syntagma durch die belebteste Einkaufsstrasse der Gegend. So recht viel los ist derzeit hier nicht  und die Händler schienen nicht so amüsiert über die wenigen Besucher. Reduziert ist hier derzeit auch einiges, so finden sich zahlreiche Schildchen an Geschäften die auf großzügige Rabatte hinweisen.

Ich bin ja kein freund von Pelztierkleidung, aber sollte es unter den Lesern und Leserinnen ein paar Russen/ Russinnen aus Nowosibirsk oder der sonst so weiten Tundra geben, dann kann ich nur empfehlen, den jährlichen Plezmantel dieses mal in Athen zu kaufen. Es gibt hier Preisschildchen, die von 8.400,00 Euro Preisreduktionen auf 3.100,00 Euro ausweisen. Es könnte aber auch sein, daß die Tiere Flöhe hatten und dies einfach sehr spät zu Tage trat, was in der Folge den abrupten Preissturz erklärt.

Athen ist aber auch ohne die Schnäppchenjägerei definitiv eine Reise wert. Besonders Syntagma ist mir sehr ans Herz gewachsen. Ich wurde spontan ein großer Freund der Treppen und dorischen Kapitäne dort und konnte nicht anders als Sie zu fotografieren.

Morgen gehts nach Piräsus und wenns klappt leihen wir uns einen Roller und zischen die Küste runter.

Athen – Athen – bandee: in Athen.

Letzte Woche war noch Generalstreik und diese Woche bin ich in Athen und hoffe, dass die Generäle stille halten und nicht streiken. Ums gleich vorneweg zu nehmen, ich mach keinen Katastrophentourismus, ich mach auch nicht Kultur, ich mach auch nicht auf „ich schau mir das mal selbst an“. Ich löse ein Geschenk ein, daß wir unserer Tochter gemacht haben, die ich also nur begleite.

Eine europäische Hauptstadt Deiner Wahl war das Geschenk und für Athen hat sie sich entschieden. Find ich cool. Athen war ich schon lange nicht mehr, damals war noch Interrail.

9:54 Pankow: Der Himmel ist Wolken verhangen, da fällt der Abschied nicht schwer wenn es nur grau in grau ist. Irgendwie komisch am Donnerstag abzuzischen, so mitten in der Woche. Alle die da so am Bahnsteig rum stehen schauen definitiv nicht nach Urlaub aus. Bestimmt sieht man es mir an, dass ich auf Urlaub bin – auf Freigang – auf Droge, Urlaubsdroge?

Wahrscheinlich Grins ich blöd. Ich steh in Pankow am schönen S+U Bahnhof und bin doch schon in Athen. Ich hab ein Ätsch Gefühl – das mich natürlich beschämt – aber hey, ich flieg nach ATHEN.

Ich hab’s übrigens beim Fahrkarten kaufen nicht gecheckt und für die Fahrt zum Flughafen Schönefeld nur Zone AB gekauft. Ja grinst alle die ihr wisst, dass Schönefeld in der Zone C liegt. Aber wisst Ihr auch, dass Schönefeld genau eine Station hinter AB liegt, Sauerei sowas. Das nenn ich Flughafenplanung und Gastfreundlichkeit vom feinsten, aber das ist ja ein ganz anderes Thema.

Flughafen ist natürlich nicht gleich Flughafen. Spätestens aber wenn man in Schönefeld abfliegt merkt man das ganz deutlich. Treppen hoch, Treppen runter – rechts. Anstehen – Treppe runter, links – Treppe hoch – Häää??? Ich bin sicher, da gibt’s für Rollifahrer einen Schleichweg denn so einen mistigen Weg zum Gate gibt es so schnell wohl kein zweites mal.

Bin ich schon in Knossos, ist daß das berühmte Labyrinth? Ist das schwarze dort der Minotaurus? Nee, das ist noch Schönefeld und das schwarze ist der Security Mann. Zu guter letzt klappt`s dann aber doch und ich hab das Labyrinth durchwandert, den Minotaurus besiegt und den Drachen gesattelt und Tochter ist stolz ob des geduldigen Vaters.

Der geschulte Geograph erkennt wahrscheinlich unten die Karpaten. Das weiße ist übrigens kein Schnee. Es gibt überhaupt auf dem ganzen Weg fast nirgendwo Schnee zu sehen. Irgendwie ist kurz nach dem Abheben in Schönefeld fast überall noch Sommer, auch in den Karpaten.

Ich habe  mir von einem Ortskundigen in zweiter Generation sagen lassen, daß es da noch Bären und Wölfe geben soll, weshalb ich sehr dafür war nicht genau über den Karpaten abzustürtzen, da ich zu einem Absturzproblem nicht auch noch ein Bärenproblem brauche – von den Wölfen ganz zu schweigen.

Athen schaut von Oben übrigens aus wie Beirut, das auch irgendwie am Meer und im Dunst liegt. Das ist ja für südliche Städte auch nichts Ungewöhnliches, dass sie im Dunst und am Meer liegen, wenn man aber aus Berlin komm findet man diese Städte die im Dunst und am Meer liegen irgendwie gut. Ich glaub sogar, dass man, wenn man aus Berlin kommt und es dort neblig und kalt ist ziemlich viel gut findet.

Der erste Eindruck vom Athener Flughafen ist nach meinem Schönefeld – Gang nach Knossos übrigens nur ein großes: WOW. Die haben ein Rampe ans Flugzeug gefahren. Da muss man nicht übers Flugfeld rennen, da kann man trocken Fußes ins Flughafengebäude. Im Flughafen selbst hat es Schilder auf denen steht wo man hin muss, wo es raus geht, alles auf einer Ebene. Alles übersichtlich, sauber, beschildert und freundlich. Darüber hinaus alles leer. Es ist wohl Nachsaison und die anhaltende Unsicherheit was Generalstreiks angeht ist wohl auch nicht eben hilfreich für den Tourismus.

Dann der Hammer, die Zollkontrolle. Der Zöllner in Zivil schaut uns an fragt: Kommen Sie aus Berlin? Ich misstrauisch ob der Freundlichkeit: Ähhh, ja und?

Herzlich willkommen in Griechenland – Tür geht auf, wir sind draußen. Wiieee jetzt? Kein unfreundliches „Ausweis“ von einem Mann ohne Unterleib in einem Häuschen das keinen Funken Hoffnung aufkeimen lässt für den Fall, dass der Genosse Zöllner  den Daumen über die Wiedereinreise senkt. Kein Blick aufs Gepäck als wäre man Handelsvertreter für Wasserstoffbomben. Einfach nur „Herzlich Willkommen“ in Athen.

Das ist Europa meine lieben – herzlich willkommen in Griechenland, so läuft das hier.

 

Für den der die Berliner S-Bahnen kennt hab ich übrigens einen Schnappschuss der Athener Metro. Mein lieber Schieber das ist ein anderer Schnack. Schilder gibt’s auch hier und für 14,00 Euro – was nun nicht ganz billig ist – kommt man mit der Metro ins Zentrum von Athen.

Zum guten Schluss haben wir nun noch zwei Moussaka verdrückt, das weiße ist übrigens schon wieder kein Schnee, sowie einen Schnappschuss vom Hoteldach geschossen.

Wer nun mal genau hinschaut und sich nicht nur auf die Akropolis konzentriert, der wird sich vielleicht ähnliches fragen wie ich: sind die eigentlich alle schon im Bett oder warum ist so gut wie kein Fenster in der Stadt erleuchtet? Egal wo man hinschaut, die Buden sind dunkel. Sind das nun alles Hotels in denen niemand wohnt oder haben die hier keine Kohle mehr für den Strom?

Ich stehe in einem Athen in dem scheinbar nur noch bei den Göttern die Lampe an ist! Egal jetzt auch, nun ist erstmal Sense für heute. Ich setz mich jetzt auf die Dachterasse und warte auf das Erscheinen von Athene, oder wenigsten auf das Erscheinen eines göttlichen Pilsbiers.

Morgen wird eine große Athentour gemacht. Die Sehenwürdigkeiten der Stadt stehen auf dem Programm und ich bin gespannt ob wir über 2% der in dieser wunderbaren Stadt vorhandenen Tempel hinauskommen.