Athen – Athen – bandee: in Athen.

Letzte Woche war noch Generalstreik und diese Woche bin ich in Athen und hoffe, dass die Generäle stille halten und nicht streiken. Ums gleich vorneweg zu nehmen, ich mach keinen Katastrophentourismus, ich mach auch nicht Kultur, ich mach auch nicht auf „ich schau mir das mal selbst an“. Ich löse ein Geschenk ein, daß wir unserer Tochter gemacht haben, die ich also nur begleite.

Eine europäische Hauptstadt Deiner Wahl war das Geschenk und für Athen hat sie sich entschieden. Find ich cool. Athen war ich schon lange nicht mehr, damals war noch Interrail.

9:54 Pankow: Der Himmel ist Wolken verhangen, da fällt der Abschied nicht schwer wenn es nur grau in grau ist. Irgendwie komisch am Donnerstag abzuzischen, so mitten in der Woche. Alle die da so am Bahnsteig rum stehen schauen definitiv nicht nach Urlaub aus. Bestimmt sieht man es mir an, dass ich auf Urlaub bin – auf Freigang – auf Droge, Urlaubsdroge?

Wahrscheinlich Grins ich blöd. Ich steh in Pankow am schönen S+U Bahnhof und bin doch schon in Athen. Ich hab ein Ätsch Gefühl – das mich natürlich beschämt – aber hey, ich flieg nach ATHEN.

Ich hab’s übrigens beim Fahrkarten kaufen nicht gecheckt und für die Fahrt zum Flughafen Schönefeld nur Zone AB gekauft. Ja grinst alle die ihr wisst, dass Schönefeld in der Zone C liegt. Aber wisst Ihr auch, dass Schönefeld genau eine Station hinter AB liegt, Sauerei sowas. Das nenn ich Flughafenplanung und Gastfreundlichkeit vom feinsten, aber das ist ja ein ganz anderes Thema.

Flughafen ist natürlich nicht gleich Flughafen. Spätestens aber wenn man in Schönefeld abfliegt merkt man das ganz deutlich. Treppen hoch, Treppen runter – rechts. Anstehen – Treppe runter, links – Treppe hoch – Häää??? Ich bin sicher, da gibt’s für Rollifahrer einen Schleichweg denn so einen mistigen Weg zum Gate gibt es so schnell wohl kein zweites mal.

Bin ich schon in Knossos, ist daß das berühmte Labyrinth? Ist das schwarze dort der Minotaurus? Nee, das ist noch Schönefeld und das schwarze ist der Security Mann. Zu guter letzt klappt`s dann aber doch und ich hab das Labyrinth durchwandert, den Minotaurus besiegt und den Drachen gesattelt und Tochter ist stolz ob des geduldigen Vaters.

Der geschulte Geograph erkennt wahrscheinlich unten die Karpaten. Das weiße ist übrigens kein Schnee. Es gibt überhaupt auf dem ganzen Weg fast nirgendwo Schnee zu sehen. Irgendwie ist kurz nach dem Abheben in Schönefeld fast überall noch Sommer, auch in den Karpaten.

Ich habe  mir von einem Ortskundigen in zweiter Generation sagen lassen, daß es da noch Bären und Wölfe geben soll, weshalb ich sehr dafür war nicht genau über den Karpaten abzustürtzen, da ich zu einem Absturzproblem nicht auch noch ein Bärenproblem brauche – von den Wölfen ganz zu schweigen.

Athen schaut von Oben übrigens aus wie Beirut, das auch irgendwie am Meer und im Dunst liegt. Das ist ja für südliche Städte auch nichts Ungewöhnliches, dass sie im Dunst und am Meer liegen, wenn man aber aus Berlin komm findet man diese Städte die im Dunst und am Meer liegen irgendwie gut. Ich glaub sogar, dass man, wenn man aus Berlin kommt und es dort neblig und kalt ist ziemlich viel gut findet.

Der erste Eindruck vom Athener Flughafen ist nach meinem Schönefeld – Gang nach Knossos übrigens nur ein großes: WOW. Die haben ein Rampe ans Flugzeug gefahren. Da muss man nicht übers Flugfeld rennen, da kann man trocken Fußes ins Flughafengebäude. Im Flughafen selbst hat es Schilder auf denen steht wo man hin muss, wo es raus geht, alles auf einer Ebene. Alles übersichtlich, sauber, beschildert und freundlich. Darüber hinaus alles leer. Es ist wohl Nachsaison und die anhaltende Unsicherheit was Generalstreiks angeht ist wohl auch nicht eben hilfreich für den Tourismus.

Dann der Hammer, die Zollkontrolle. Der Zöllner in Zivil schaut uns an fragt: Kommen Sie aus Berlin? Ich misstrauisch ob der Freundlichkeit: Ähhh, ja und?

Herzlich willkommen in Griechenland – Tür geht auf, wir sind draußen. Wiieee jetzt? Kein unfreundliches „Ausweis“ von einem Mann ohne Unterleib in einem Häuschen das keinen Funken Hoffnung aufkeimen lässt für den Fall, dass der Genosse Zöllner  den Daumen über die Wiedereinreise senkt. Kein Blick aufs Gepäck als wäre man Handelsvertreter für Wasserstoffbomben. Einfach nur „Herzlich Willkommen“ in Athen.

Das ist Europa meine lieben – herzlich willkommen in Griechenland, so läuft das hier.

 

Für den der die Berliner S-Bahnen kennt hab ich übrigens einen Schnappschuss der Athener Metro. Mein lieber Schieber das ist ein anderer Schnack. Schilder gibt’s auch hier und für 14,00 Euro – was nun nicht ganz billig ist – kommt man mit der Metro ins Zentrum von Athen.

Zum guten Schluss haben wir nun noch zwei Moussaka verdrückt, das weiße ist übrigens schon wieder kein Schnee, sowie einen Schnappschuss vom Hoteldach geschossen.

Wer nun mal genau hinschaut und sich nicht nur auf die Akropolis konzentriert, der wird sich vielleicht ähnliches fragen wie ich: sind die eigentlich alle schon im Bett oder warum ist so gut wie kein Fenster in der Stadt erleuchtet? Egal wo man hinschaut, die Buden sind dunkel. Sind das nun alles Hotels in denen niemand wohnt oder haben die hier keine Kohle mehr für den Strom?

Ich stehe in einem Athen in dem scheinbar nur noch bei den Göttern die Lampe an ist! Egal jetzt auch, nun ist erstmal Sense für heute. Ich setz mich jetzt auf die Dachterasse und warte auf das Erscheinen von Athene, oder wenigsten auf das Erscheinen eines göttlichen Pilsbiers.

Morgen wird eine große Athentour gemacht. Die Sehenwürdigkeiten der Stadt stehen auf dem Programm und ich bin gespannt ob wir über 2% der in dieser wunderbaren Stadt vorhandenen Tempel hinauskommen.

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